Ziele der Bioenergieregion

Die Ziele der Bioenrgieregion Jena-Saale-Holzland sind:
  • Ausbau der Bioenergie bis zum Jahr 2020 Anteil
    • Biomasse am Strommix: 25 % derzeit 17 %
    • Anteil Biomasse im Wärmebereich: 35 % derzeit 28 %
  • Steigerung der regionalen Wertschöpfung um ca. 2,5 Mio. €
  • Etablierung eines Bildungs- und Wissenszentrums
  • Ausbau Bioenergie innerhalb der Nachhaltigkeitsgrenzen

Die Stärken der Region Jena-Saale-Holzland liegen in

  • einer hoch entwickelten, leistungsfähigen und fachkompetenten Landwirtschaft,
  • einer hohen Dichte an relevanten Forschungs-, Bildungs- und Beratungseinrichtungen,
  • langjährigen Erfahrungen im Bereich der Bioenergienutzung,
  • gut entwickelten Stadt-Umland-Beziehungen sowie
  • einem hohen Engagement der Projektpartner bei der Umsetzung von Bioenergieprojekten.

Diese Kompetenzen sollen weiter gebündelt werden, um einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele Deutschlands zu leisten, bis 2020 einen Anteil der EE von 18 % am Endenergiebedarf zu decken. Unter der Prämisse einer konsequenten Ausnutzung von Einspar-/Effizienzpotenzialen und unter Einbeziehung der bisher gewonnenen Erfahrungen wollen wir in der Bioenergie-Region Jena-Saale-Holzland folgende eigene Zielstellungen bis 2020 umsetzen:

  • Anteil Biomasse am Strommix: 25 % 
  • Anteil Biomasse im Wärmebereich: 35 %

Diese Ziel wurden im Regionalentwicklungskonzept der Bioenergieregion Jena-Saale-Holzland für die zweite Projektphase festgelegten verankert.

Im Bereich der Nutzung von Biokraftstoffen muss festgestellt werden, dass unter den gegebenen politischen Rahmenbedingungen, die zu Beginn des Projektes formulierte Zielstellung nicht erreicht werden kann. Mit wenigen Ausnahmen spielen Biokraftstoffe in der Landwirtschaft keine Rolle mehr, daher soll in der zweiten Projektphase diese Form der Nutzung von Biomasse nicht bearbeitet werden.

Der Fokus liegt vielmehr auf einer nachhaltigen und effizienten Nutzung von Biomasse für die gemeinsame Erzeugung von Strom und Wärme bzw. Heizungsanlagen im mittleren Leistungsbereich von 100 kW bis 1 MW für die Versorgung öffentlicher Liegenschaften, von Mikronetzen und Bioenergiedörfern.
Im Strombereich liegt der Anteil der Biomasse derzeit bei 17 %. Trotz des sehr dynamischen Ausbaus im Biogasbereich mit aktuell 17 Standorten blieb der Ausbau insgesamt hinter den Erwartungen zurück.
Dies ist mit der Stilllegung des Altholzkraftwerkes in Eisenberg zu begründen. Die im Jahr 2008 aufgestellte Zielstellung muss deshalb angepasst und von 30 auf 25 % korrigiert werden. Das nach wie vor ambitionierte Ziel ist einerseits damit untersetzbar, dass ein Großteil der zugebauten Anlagenleistung erst seit dem Jahr 2011 in das Netz einspeist. Andererseits existieren neben Einsparpotenzialen eine ganze Reihe von Projektideen, welche bei konsequenter Umsetzung bis zum Jahr 2020 den benötigten Zubaubedarf abdecken könnten.
Im Bereich der landwirtschaftlichen Biogaserzeugung stehen folgende nachhaltige Potenziale zur Verfügung:

  • Anbaufläche für Energiepflanzen: Zubau um 600 ha auf insgesamt 8.500 ha
  • Steigerung der Nutzung von Wirtschaftsdünger von 42 % auf 75 %

Im Wärmebereich liegt der Anteil der Biomasse bei 28 %, dies bedeutet, das für das Jahr 2020 angepeilte Ziel ist bereits zum jetzigen Zeitpunkt beinahe erfüllt. Aus diesem Grund erfolgt eine Anpassung der Zielformulierung von 30 auf 35 %. Traditionell spielt dabei der Brennstoff Holz im Landkreis eine besondere Rolle, vor allem im Bereich der Kleinfeuerungsanlagen. Hinzu kommt der hohe KWK-Anteil der großen Kraftwerke in Hermsdorf sowie Schkölen und die effiziente Biogasnutzung beispielsweise am Standort Jena. Im Biogasbereich konnten zudem in der ersten Projektphase weitere Standorte auf Effizienzsteigerungen durch Abwärmenutzung untersucht werden. In der zweiten Projektphase soll die Umsetzung entsprechend koordiniert werden.


Steigerung der regionalen Wertschöpfung um ca. 2,5 Mio. EURO

Besonders im agrarwirtschaftlich geprägten ländlichen Raum ist Bioenergie durch die Verfügbarkeit der notwendigen Ressourcen auf allen Wertschöpfungsebenen (Anbau, Verwertung, Wartung, DL usw.) prädestiniert, Mehrwerte für die Region zu schaffen. Die Wertschöpfungstiefe ist entsprechend hoch, was der Ökonomie der gesamten Region zugute kommt. Regionale Wertschöpfungsketten verzahnen sich zu Kreisläufen miteinander, regionale Akteure treten in Kontakt: Die lokal gewonne Bionergie fördert letztlich die Unabhängigkeit von Weltmarktpreisen und damit die Preisstabilität gegenüber fossilen Energieträgern.
Schon heute trägt die energetische Nutzung von Biomasse in der BioER mit insgesamt etwa 7,2 Mio. Euro pro Jahr zur regionalen Wertschöpfung bei. Zudem sind hier die Effekte auf die regionalen Wirtschaftskreisläufe nicht unerheblich - Lokal erwirtschaftete Unternehmensgewinne, Steuern, Abgaben sowie Löhne und Gehälter verbleiben in der Region und führen zu Konsum und Investitionen in und für die Region. Dies sichert und schafft Arbeitsplätze. Würde man die erzeugte Energie aus dem Bestand der BE-Anlagen (ca. 830 GWh/a) regional nutzen, wären dies Geldmittel in Höhe von ca. 100 Mio. Euro jährlich, die nicht für die Beschaffung von Energieträgern aus der Region abfließen würden.


Etablierung einer Entwicklungsagentur für die Region mit integriertem Bildungs- und Wissenszentrum für Bioenergie

Ziel ist es, das Wissen und die Kompetenzen der Bioenergieregion durch eine Verstetigung der Netzwerk-, Management- und Personalstrukturen dauerhaft nutzbar zu machen.
Sowohl die Vermittlung von Allgemeinwissen zur Akzeptanzsteigerung, von bedarfsgerechtem Fachwissen, als auch die individuelle Beratung im Vorfeld konkreter Umsetzungsvorhaben sind wichtige Aufgaben bei der Etablierung der Bioenergie in einem Energiemix der Zukunft. Die dauerhafte Integration eines Bioenergie-Wissensmanagements in die Strukturen der Regionalentwicklung ist daher wichtiger Projektbestandteil mit in gleichem Maße bedeutender Innen- wie auch Außenwirkung.


Ausbau der Bioenergie innerhalb der Nachhaltigkeitsgrenzen, unser Beitrag zum Klimaschutz

Grundlage zukunftsfähiger Räume ist aus unserer Sicht deren durchdachte Gestaltung unter Berücksichtigung aller Säulen der Nachhaltigkeit; Umweltaspekte spielen dabei ebenso eine Rolle wie die Berücksichtigung der Wirtschafts- und der Sozialverträglichkeit. Um unsere Region fit für die Zukunft zu machen, wollen wir daher - trotz aller Bestrebungen um den Ausbau des Bioenergieanteils an der regionalen Energieversorgung - auch späteren Generationen die Möglichkeiten offen halten, Flächen so entwickeln zu können, dass Vielfalt auch künftig noch möglich ist. So soll insbesondere dem weit verbreiteten Trend entgegengewirkt werden, im kleingliedrigen ländlichen Raum großvolumige Anlagen zu errichten, die unter dem Defizit der Abwärmenutzung leiden, Monokulturen befördern und lange Transportwege mit sich bringen. Deshalb setzt die Region vorrangig auf die Förderung kleiner, dezentraler Anlagen in vertretbarem Umkreis, die sich ressourcenschonend und umweltverträglich in die Landschaft einfügen und zudem regionale Wertschöpfung ermöglichen und Arbeitsplätze in der Region erhalten.
Ziel ist der Ausbau der Bioenergieregion im Rahmen einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Entwicklung. Dabei sollen auch überregionale bis globale Belange Beachtung finden, die sich u.a. in den Klimaschutzzielen der Bundesregierung widerspiegeln. Deren Umsetzung wollen wir unterstützen, indem wir die CO2-Emission in der Region durch Verwendung von Bioenergie in den Bereichen Strom und Wärme jeweils um 7 % verringern.