Die Region Jena Saale-Holzland

Die Thüringer Bioenergie-Region umfasst eine Fläche von insgesamt 955 km2 mit rund 196.700 Einwohnern, die sich aus folgenden Gebieten zusammensetzt:
  • Stadt Jena mit 105.129 Einwohnern auf einer Fläche von 114 km2
  • Saale-Holzland-Kreis mit insgesamt 86.809 Einwohnern (in 85 Gemeinden und 8 Städten) auf einer Fläche von 817 km2
  • Gemeinde Bad Köstritz des Landkreises Greiz mit einer Fläche von ca. 24,5 km2 zählt 4.770 Einwohner (TLS, Stand 31.12.2010) Karte der Thüringer Bioenergie-Region

Weitgehend entspricht diese Gebietskulisse dem LEADER-Gebiet. Die Regionale Aktionsgruppe Saale-Holzland e.V. wurde im Jahr 2007 gegründet, um die Entwicklungsprozesse in der Region integriert und zielgerichtet zu planen und umzusetzen. Die Verknüpfungen der Themen und Organisationsstrukturen von LEADER und Bioenergieregion erwiesen sich dabei als großer Vorteil.
Die Verzahnung des ländlichen Raumes mit der Stadt Jena ist dabei ein wichtiges Instrument für eine ganzheitliche Entwicklung. Die Universitätsstadt Jena hat eine besondere Bedeutung als Wissenschafts- und Forschungsstandort in Verbindung mit innovativ orientierten Wirtschaftsunternehmen. Aufgrund der räumlich eingeengten Lage im mittleren Saaletal sind jedoch Entwicklungsgrenzen gegeben, die Kooperationen mit den benachbarten Gebietskörperschaften notwendig machen. Gleichzeitig profitiert der Saale-Holzland-Kreis von den überregionalen Infrastruktur der Stadt Jena.
Die Zusammenarbeit erstreckt sich schon jetzt über viele Bereiche und soll weiter intensiviert und ausgebaut werden. So versorgt der ländliche Raum die Stadt Jena bereits mit Energie aus nachwachsenden Rohstoffen und Jena als wirtschaftliches und wissenschaftliches Zentrum der Region strahlt auf das Umland aus. Unternehmensausgründungen und die Schaffung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum sind die positive Folge.

Ziele der Bioenergieregion

Die Ziele der Bioenrgieregion Jena-Saale-Holzland sind:
  • Ausbau der Bioenergie bis zum Jahr 2020 Anteil
    • Biomasse am Strommix: 25 % derzeit 17 %
    • Anteil Biomasse im Wärmebereich: 35 % derzeit 28 %
  • Steigerung der regionalen Wertschöpfung um ca. 2,5 Mio. €
  • Etablierung eines Bildungs- und Wissenszentrums
  • Ausbau Bioenergie innerhalb der Nachhaltigkeitsgrenzen

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Zusammenarbeit der Regionen

Der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt ist bereits in zahlreichen Projekten zum Ausbau regenerativer Energien aktiv, z. B. im BMU-Projekt „100% Erneuerbare-Energie-Regionen“, Projekt Nahwärmenetz Königsee und dem Modellprojekt Bechstedt mit neu gegründeter EnergieGenossenschaft. Damit sind zum einen gute Ansätze der Weiterentwicklung vor Ort gegeben und zum anderen Möglichkeiten, um als Partnerregion von den bisherigen Strategien und Erfahrungen zu profitieren. Gleichzeitig kann Saalfeld-Rudolstadt, z. B. durch die Einbindung in das Gesamtnetzwerk der BioER, einen entscheidenden Schritt im Bereich der energetischen Verwertung von Landschaftspflegematerial voran kommen.

Steckbrief des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt:
Verwaltungssitz: Saalfeld
 Fläche:  103.458 ha
 Einwohner:  116.818
 Flächennutzung:  37.216 ha Landwirtschaftsfläche,  54.313 ha Waldfläche
(TLS, Stand 31.12.2011)

Weitere Informationen:

Zielstellung erneuerbare Energien für den Landkreis

100% Erneuerbare-Energie für die Region ist das gesetzte Ziel des Landkreises. Daher werden u.a. die Immobilien des Landekreises energetisch saniert und auf erneuerbare Energien umgestellt.
Zudem wurde In der Kreisverwaltung der Aufgabenbereich Energiemanagement eingerichtet und mit zwei Personalstellen ausgestattet. Als Beratungsstelle zur Nutzung erneuerbarer Energie fungiert eine vom Landkreis betriebene Wirtschaftsförderagentur.


Anlagenbestände und Potenziale im Bereich Biomasse

In der Region arbeiten 2011 über 13 Biogasanlagen mit einer Gesamtleistung von 6.786 kWel und 6.945 kWth, weitere 8 Anlagen befinden sich Bau bzw. in der Planung. Unter Berücksichtigung der verfügbaren Landwirtschaftsfläche und des Gülleangebotes ist damit das Potenzial für den Bau weiterer Biogasanlagen weitgehend ausgeschöpft. Aufgrund der beschränkten Ackerfläche wird es auch keinen nennenswerte Erweiterung des Energiepflanzenanbaus geben. Reserven gibt es bei der Verwertung der überschüssigen Abwärme der bestehenden Biogasanlagen. Zudem hat der Landkreis mit seinen hohen Flächenanteilen an den Naturparks Thüringer Wald und Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale (insgesamt 678 km²) großes Interesse an der energetischen Verwertung von Landschaftspflegematerial, welches bislang noch nicht zielgerichtet energetisch genutzt wird. Insbesondere im Bereich des Grünen Bandes konzentrieren sich Flächen, die für naturschutzfachliche Zwecke gesichert und für die Erhaltung der Kulturlandschaft regelmäßig gepflegt werden müssen.

Das regionale Netzwerk Bioenergie

Das regionale Netzwerk der Thüringer Bioenergieregion basiert im Wesentlichen auf den Strukturen der Regionalen Aktionsgruppe Saale-Holzland e.V., konzentriert auf Akteure, die einen Bezug zu erneuerbaren Energien haben und erweitert um Partner, die nicht zur Struktur des RAG e.V. zählen, jedoch eine wichtige Rolle im Themenfeld der erneuerbaren Energien in der Region spielen.

Eine Liste der Sponsoren der Thüringer Bioenergieregion finden Sie hier.